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Überheblich oder unprofessionell?
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Oder beides?
Arroganz kann sich in allen Lebensbereichen bemerkbar machen, natürlich auch in der Medienbranche, auf der Seite der Veröffentlicher wie auf der Seite der Vorbereiter. (Ich habe auf beiden Seiten konzeptionell und praktisch gearbeitet.)
Arroganz kann blind machen, wenn es um die eigentlichen Aufgaben geht und schreitet dann in die entgegengesetzte Richtung, nämlich in die Einbahnstraße des Antikontakts.
An einem realen Beispiel (von zwei in Bremen erlebten) möchte ich das verdeutlichen.
Irgendwann kam ich auf einem Treff mit einer Dame ins Gespräch, die Ihre freiberufliche Arbeit mit "Presse und Marketing" bezeichnete. Kurze Zeit später erhielt ich eine Presseinfo von ihr nebst zugehöriger Einladung zur Pressekonferenz.
Dass ich bei dieser Pressekonferenz nicht auf der Liste der eingeladenen Journalisten stand und erst nach Vorzeigen meines Presseausweises und Hervorholen meines Magazins am Empfang sowie auf Gutheißen der Pressedame, die mich irgendwie nicht mehr "einordnen" konnte, doch eingelassen wurde, habe ich ohne Versuch, es verstehen zu wollen, hingenommen. Aber: Nach zu Alter zu urteilen, konnte die Dame kein Newcomer sein und vor allem: ich hatte mich nicht angeboten, sondern wurde offiziell eingeladen.
Wieder am eigenen Schreibtisch hatte ich zwei Veranstaltungen aus der Pressemappe gewählt, die ich für "TOPIC life" besprechen möchte und die auch für Fotomotive in Sinne des Magazins gut sein könnten.
Ich telefoniere mit der besagten Dame, die die Pressearbeit für die Aktion übernommen hatte und bitte um jeweils zwei Karten.
"Gerade für diese Veranstaltungen sind wir total ausverkauft", ist die Reaktion. Ich: "Ich möchte darüber berichten und Sie haben keine Karten für die Presse?"
"Es gibt da eine Aktion, die ist ohne Eintritt ...", sagt sie gehetzt.
"Die habe ich mir nicht ausgesucht. Soll ich mir nun für jede Veranstaltung Karten kaufen um darüber berichten zu dürfen ...?"
Darauf erhalte ich keine zufriedenstellende Antwort, stattdessen: "Ich will sehen, was ich tun kann." Sie sieht nicht, wie ich den Kopf schüttele und merkt bestimmt auch nicht, wie ihr gehetztes, pseudo-managerhaftes Verhalten ankommt. Ich soll wieder Bescheid bekommen. Wahrscheinlich ist das Medium, an dem ich mitarbeite, auch zu unwichtig für ihre Zwecke ....? Was soll's, das ist ihre Sache.
Nach zwei Tagen rufe ich wieder an, nicht aus gestiegenem Interesse, sondern aus purer Neugier. Ich erfahre, dass sie, die "Presse-Dame", mir eine (1) Karte geben kann! Die Kommunikation wird von ihr in ICH-Form geführt ... "ICH kann Ihnen eine Karte geben."
Das muss ich nun doch deutlicher werden, in der vagen Hoffnung, meine Gesprächspartnerin versteht mein Ansinnen. "Sie laden mich zu einer Pressekonferenz ein, doch wohl mit dem Ziel, dass die Presse berichtet und dann soll ich mir für die Veranstaltungen Karten kaufen?"
"Tut mir leid, es ist alles ausverkauft", tönt eine stressgeplagte, nach Luft schnappende Stimme.
Damit war und ist die Sache für abgeschlossen. Kein Kartenkauf, keine Veranstaltungsbesuch, keine Veröffentlichung. Die Welt dreht sich auch so weiter. Für die Dame scheint die Sache nicht abgeschlossen, denn sie macht weiter. So erhalte ich von ihr wieder Einladungen zu Events, die sie pressetechnich "betreut". Mit Betonung auf "technisch". Die Emails ignoriere ich, machmal lese ich sie schnell, aber alle werden gelöscht.
Die letzte Presseinfo stößt mich nun doch an, ein paar Zeilen zu verfassen, weil ich von dieser Aktion schon von anderer Seite informiert worden war und sie für die nächste TOPIC-life-ausgabe vorgesehen war. Jetzt, in diesem Moment, wo ich sehe, dass die Dame mitmischt, sträubt sich alles dagegen, ich will mich mit solchen Umgangsweisen nicht mehr befassen. Obwohl die Veranstaltung an sich spannend sein könnte.
Das ist nun der Effekt: durch arrogantes Umgehen mit der Presse erfährt diese Aktion keine Veröffentlichung in unserem Magazin, denn hier steht das Motto "Anspruch. Werte. Stil." Die Beauftragung dieser Dame für Pressearbeit hat also genau das Gegenteil bewirkt - bei uns. Wie ist es wohl anderswo?
Schade für die Veranstalter. Sie hätten doch mehr auf die menschliche Kontaktkompetenz einer "Presseagentur" achten sollen, anstatt sich von der technischen und logistischen Handhabung wie "Emails verschicken und Pressemappen anlegen" einlullen zu lassen.
Gottlob ist dieser Fall eine Ausnahme. Oder?
Take Janssen -tja-
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